500 Euro fürs Abendland

Kirchen in Baden-Württemberg zeichneten Oberstufenschüler aus

Karlsruhe (4.02.09). Beim siebten Wettbewerb „Christentum und Kultur“, den die vier Kirchen in Baden-Württemberg für Schüler der gymnasialen Oberstufe ausgeschrieben haben, wurden im vergangenen Schuljahr 57 Arbeiten eingereicht. Am Mittwoch verlieh Landesbischof Ulrich Fischer die Preise. Der erste Preis ist mit 500 Euro dotiert und ging in das badische Buchen.

Kathrin Schölch aus dem Buchener Burghardt-Gymnasium überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Im Leid mit Gott ringen“. Mit ihrer kreativen Herangehensweise sowie der Reflektion der klassischen Ansätze der Theodizeefrage, also der Frage, warum Gott Leid in der Welt zulässt, habe die Schülerin ein herausragendes wissenschaftliches Niveau bewiesen, sagte der Künstler Dieter Groß, emeritierter Hochschullehrer an der Kunstakademie Stuttgart und Mitglied der Jury, in seiner Laudatio.

Den zweiten Preis mit einem Preisgeld von 300 Euro erhielten Elisabeth Koblitz und Margarete Neumüller aus Radolfzell mit ihrer jugendgerechten Umgestaltung der evangelischen Christuskirche in Radolfzell. Ebenfalls einen zweiten Preis gewann Christoph Heilig aus Ulm, der sich in seiner Arbeit mit der Frage nach dem „Intelligent Design“ und dem Verhältnis von Naturwissenschaft und Glaube auseinandersetzte.

Die dritten Preise mit einem Preisgeld von jeweils 200 Euro erhielten Michael Öttinger mit einer Arbeit über die sakrale Inszenierung des Barock, Andreas Hornung, der sich mit dem „Problem der Gewalt aus christlicher Sicht“ beschäftigte, Bernhard Cerff und Lydia Marahrens mit ihrer Abhandlung über die Frage, ob fair gehandelter Kaffe auch wirklich Kleinbauern in Peru unterstützt, sowie Nora Bernhardt, die eine Arbeit über die Frage „Was sagt Gott zur Homosexualität?“ schrieb.

Zudem wurden 16 Buchpreise vergeben. Groß lobte das ungewöhnlich hohe Niveau der insgesamt 57 eingegangenen Arbeiten.

„Der ökumenische Wettbewerb sei in Deutschland einzigartig“, betonte der Bildungsreferent der Evangelischen Landeskirche in Baden, Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht. Mit dem Wettbewerb werde deutlich, dass Schule und Bildung nicht auf Hauptfächer oder den Erwerb von Kulturtechniken reduzierbar seien, unterstrich zudem der Bildungsreferent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oberkirchenrat Werner Baur. Junge Menschen, die sich so intensiv mit entscheidenden Fragen auseinandersetzten, seien ein Schatz für die Kirche.

Die Relevanz des Christentums für die Kultur machte Landesbischof Ulrich Fischer in seiner Ansprache deutlich. „Das Christentum hat die Kultur mehr geprägt, als viele denken“, so der Bischof. Als Beispiele erwähnte er die Schulpflicht, die Kunst, den Sozialstaat sowie Werte wie
                                                              Menschenwürde und Toleranz, die aus dem christlichen Menschenbild entwickelt worden seien.

                                                              Auch im Schuljahr 09/10 wird der Wettbewerb „Christentum und Kultur“ wieder ausgeschrieben.
Bildunterschriften:
Bild 1: Landesbischof Ulrich Fischer über-
gibt den ersten Preis an Kathrin Schölch
für ihre Arbeit „Im Leid mit Gott ringen“
Bild 2: Den zweiten Preis erhielten
Elisabeth Koblitz und Margarete Neumüller
Bild 3: Arbeiten auf hohem Niveau:
Die Preisträger

Marc Witzenbacher, Pressesprecher